Schwerpunktbereiche im Jurastudium

Wer sich für einen Wechsel in den Staatsexamensstudiengang Rechtswissenschaft entscheidet, muss dort für die erfolgreiche Ablegung der ersten juristischen Prüfung (früher: erstes Staatsexamen) neben der staatlichen Pflichtfachprüfung auch einen Schwerpunktbereich wählen und dort sechs Klausuren und eine Seminararbeit schreiben (Bonner Regelung, andere Universitäten haben andere Schwerpunktbereichsordnungen).

Grundsätzlich sind Sie frei bei der Wahl Ihres Schwerpunktbereiches (Beschluss des Prüfungsausschusses Jura vom 28.10.2015). Insgesamt bietet der Fachbereich Rechtswissenschaft zehn verschiedene Schwerpunktbereiche an.

Wer für den Übergang zum Jurastudium eine Einstufungsempfehlung benötigt, muss dann dafür eine ergänzende verbindliche Erklärung darüber abgeben, welchen Schwerpunktbereich er wählt, damit für die Einstufung auch die richtigen Leistungen angerechnet werden können.

Wer sich zum ersten Fachsemester Jura bewirbt und schon auf diesem Weg einen Studienplatz erhält, benötigt für die Einschreibung zunächst keine Einstufungsempfehlung. Diese ist allerdings für die später zu erfolgende Höherstufung erforderlich und muss dann im Laufe des ersten Jurasemesters beim Prüfungsamt Jura (pruefungsamt(at)jura.uni-bonn.de) beantragt werden.

Fachgebundener Wahlpflichtbereich Rechtsökonomie

Im Wahlpflichtbereich "Rechtsökonomie" (5. Semester) müssen Sie insgesamt drei Leistungen (jeweils 6 Leistungspunkte) erbringen. Es stehen Ihnen vier juristische, zwei ökonomische Lehrveranstaltungen sowie ein Proseminar zur Auswahl.

Eine spätere Anrechnung für den Schwerpunktbereich im Hauptfachstudiengang Rechtswissenschaft ist möglich für den Schwerpunktbereich 3 im Jurastudium bei folgenden Veranstaltungen:

  • "Gesellschaftsrecht und Ökonomie"
  • "Geistiges Eigentum und Ökonomie"
  • "Kartellrecht und Ökonomie"
  • "Zivilrecht und Ökonomie"

Voraussetzung ist, dass die Veranstaltung mit einer 120 - 180 Minuten dauernden bestandenen Abschlussklausur nachgewiesen werden kann.

Das Proseminar wäre grundsätzlich in allen Schwerpunktbereichen anrechenbar. Kritisch ist eine Anrechenbarkeit lediglich für reine VWL-Proseminare. Im Zweifel wenden Sie sich an das Prüfungsamt Jura (pruefungsamt(at)jura.uni-bonn.de).

Anrechenbarkeit der vier juristischen Klausuren

Klausur Anrechenbar für folgende Schwerpunkte (SPB)
Gesellschaftsrecht und Ökonomie SPBe 2, 3
Geistiges Eigentum und Ökonomie SPB 3
Kartellrecht und Ökonomie SPBe 2, 3, 5, 8
Zivilrecht und Ökonomie SPBe 1, 3

Anrechenbarkeit bei Zweit- und Drittversuchen

Für den Bachelorstudiengang Law and Economics gilt: Alle Prüfungen müssen spätestens im dritten Anlauf bestanden sein. Bei Nichtbestehen einer Prüfung kommt es zu Zweit- und Drittversuchen.

Im Schwerpunktbereich Jura muss aus den sechs Klausuren des Schwerpunktbereichs nur eine durchschnittliche Mindestpunktzahl erreicht werden. Einzelne Klausuren dürfen auch nicht bestanden sein.

Um keinen unerwünschten Verbesserungsversuch im Schwerpunktbereich zu schaffen, gilt daher für das Anrechnungsverfahren bei einem Übergang von Law and Economics zu Jura, dass der jeweils 1. Versuch bwz. der 1. Prüfungstermin für die Anrechnung relevant ist. Dies betrifft folgende Prüfungen:

Gesellschaftsrecht und Ökonomie

Zivilrecht und Ökonomie

Kartellrecht und Ökonomie

Geistiges Eigentum und Ökonomie

International Banking and Financial Law

Anrechenbarkeit ausländischer Prüfungsleistungen auf Bonner Schwerpunktbereiche

Im Ausland erbrachte Prüfungsleistungen, die später für einen Schwerpunkt im Rahmen des Jurastudiums in Bonn angerechnet werden sollen, müssen, bevor sie abgelegt werden, verbindlich beim Prüfungsamt Jura angemeldet werden. Dies ist erforderlich unabhängig davon, ob der Studierende bei Ablegung der Prüfung im Ausland schon in Bonn für Jura eingeschrieben ist oder nur einen späteren Wechsel in den Staaatsexamensstudiengang Recht in Bonn beabsichtigt.