Justitia ist weiblich, die meisten Professoren im Bereich der Rechtswissenschaften nicht. Von ca 880 Professuren in Deutschland waren 2014 nur 120 mit Frauen besetzt. Viele Frauen machen hervorragende Examina, doch wenige entscheiden sich für den Weg in die Wissenschaft.

Ob man den Weg in die Wissenschaft einschlägt, ist eine individuelle Entscheidung, die von vielen Faktoren abhängt. Das Justitia Programm möchte aber gezielt fortgeschrittene Studentinnen, Doktorandinnen und Habilitandinnen über Chancen, Herausforderungen und Fördermöglichkeiten informieren und so zu einem Weg in die Wissenschaft ermutigen.

Mittelfristig möchte das Programm auch Veranstaltungen für männliche Nachwuchswissenschaftler öffnen.

Wer bei den Veranstaltungen des Justitia-Programms teilnehmen möchte, muss nicht zu einer Karriere in der Wissenschaft entschlossen sein. Wer sich für die Wissenschaft interessiert, wem die Lehre Spaß macht oder auch nur überlegt „Was wäre wenn ich Professorin wäre?“, der ist herzlich willkommen mehr zum Thema „Wissenschaft als Beruf“ zu erfahren. 

Dafür soll einerseits die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs in den verschiedenen Stadien von der Entscheidung zur Promotion bis zum Abschluss der Habilitation geboten werden. Fortgeschrittene Studentinnen, Doktorandinnen und Habilitandinnen können sich gegenseitig wertvolle Tipps geben. So soll insbesondere Hilfestellung bei folgenden Fragen gegeben werden:

  • Soll ich eine Promotion schreiben?
  • Wie wichtig sind Veröffentlichungen?
  • Wie gehe ich mit Schwierigkeiten in der Promotion um?
  • Wie entwickle ich wissenschaftliches Profil?
  • Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
  • Wie verbinde ich Familie und wissenschaftliche Karriere?
  • Welche Erfahrungen haben andere Wissenschaftlerinnen auf ihrem Weg gemacht?

Überdies zeigt sich immer wieder, dass Frauen besondere Schwierigkeiten in Verhandlungssituationen haben, mit denen man auch bei einer Karriere in der Wissenschaft immer wieder konfrontiert wird. Daher sollen im Rahmen des Justitia Programms auch Informationen zum Thema Verhandlungsführung angeboten werden. Schließlich werden Professorinnen der Rechtswissenschaften verschiedener Universitäten und sonstiger Forschungseinrichtungen eingeladen, um mit ihnen in einen Erfahrungsaustausch zu treten.

Das Justitia Programm Bonn verdankt seinen Namen und viele Anregungen dem "Justitia Mentoring - Frauen fördern Frauen" Programm an der juristischen Fakultät der Universität Freiburg.

 

 

  

Das nächste Treffen mit einem Gast wird am 20. Oktober 2016, 12:00-14:00 wieder in der Bibliothek des Instituts für Deutsches und Internationales Familienrecht stattfinden. Besonderer Gast wird                              Dr. Hubert Detmer, Justitiar und stellvertretender Geschäftsführer des DHV sein. Er wird mit uns über Bewerbungen auf Professorenstellen und Berufungsverhandlungen sprechen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, macht aber die Planung leichter und ist deshalb gern gesehen. 

Für Dienstag den 7.2. 2017 um 12:00 hat sich Frau Prof. Dr. Dauner-Lieb zugesagt. Sie hat langjährige Erfahrung in der DFG, ist stellvertretender Vorstand der Zivilrechtslehrervereinigung, Richterin am Verfassungsgerichtshof NRW und ungeheuer engagiert in der Lehre (sie liest die ersten drei Bücher BGB allein im Examenskurs der Universität Köln) 

 Emails mit Fragen und Anregungen sind unter justitia(at)jura.uni-bonn.de willkommen. Unter dieser Email können Sie sich auch für unseren Email-Verteiler anmelden, um über Veranstaltungen und Stipendien informiert zu werden.