ab 5. Semester (Schwerpunkt)
Leitung: Professor Dr. Martin Schermaier
Termin: Mi, 18-20 Uhr (Termin kann noch geändert werden), Seminarraum des Instituts für Römisches Recht
Beschreibung: Seit dem 11. Jahrhundert werden die europäischen Juristen an den Digesten Justinians (533 n.Chr.) ausgebildet. Dieses Textkorpus, das uns viele tausend Fragmente klassischer Juristenschriften (1. Jahrh. v. – 3. Jahrh. n. Chr.) überliefert, gilt noch heute und in aller Welt als Muster einer liberalen und säkularen Privatrechtsordnung. Die Lektüre der teilweise komplexen Schriften schult nicht nur das Judiz angehender Juristen und wie man sich unbekannte juristische Texte erschließt, sondern auch die methodische und dogmatische Arbeit an den Prinzipien des römischen wie des modernen Privatrechts.
In dem Seminar lesen wir einen Titel der Digesten „am Stück“, also so, wie das auch im mittelalterlichen und neuzeitlichen Schulbetrieb üblich war. Im SoSe 2026 lesen wir D. 15,1 (De peculio); darin geht es um die Haftung des Hausvaters für Schulden seiner Gewaltunterworfenen. Es geht im weiteren Sinn um Familienrecht und Vermögensrecht.
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme sind Grundkenntnisse des Lateinischen und Interesse an rechtlichen und sozialhistorischen Fragestellungen. Im Rahmen der Veranstaltung kann ein Seminarschein erworben werden (je nach Themenstellung: SPB I, III, VIII; eventuell und nach Absprache mit dem jeweiligen Sprecher auch andere zivilrechtliche SPB).
Beginn der Veranstaltung: 15.4.2026
Vorbesprechung: Mi., 7.1.2026, 15.30 Uhr (Bibliothek des Instituts für RR)