Workshop IPR


Am 26.1.2021 starten wir am Institut für IPR und Rechtsvergleichung unseren Workshop IPR & Rechtsvergleichung, in dem wir mit Kollegen aktuelle Forschungsfragen des IPR und der Rechtsvergleichung diskutieren wollen. Der Workshop soll ein Forum darstellen, das über die Grenzen der Universität Bonn hinaus Wissenschaftler dieses Fachgebiets regelmäßig zusammenbringt.
Den Auftakt werden wir am 26.1.2021 um 17:00 Uhr mit Herrn Professor Dr. Robert Magnus (Universität Bayreuth) bestreiten, der seine Überlegungen zum Thema Persönlichkeitsrechtsverletzung im Internet und das IPR präsentieren und mit den Veranstaltungsteilnehmern diskutieren wird. Zugangsdaten: Meeting-ID: 938 0384 0731
Kenncode: 703689
https://uni-bonn.zoom.us/j/93803840731?pwd=Q29uWm1xVENGNzdDaktJMGN1dXhvdz09

Magnus

 

Abstract:

Die größten Gefahren für allgemeine Persönlichkeitsrechte kommen in der heutigen globalisierten und digitalisierten Welt aus dem Internet. Nicht umsonst haben Phänomene wie der „shitstorm“, die „hate speech“, „fake news“ oder „Internet-Trollen“ ihren Weg aus dem Internet in die Alltagssprache gefunden. Der Generalanwalt am EuGH Bobek bezeichnete die heutige Zeit jüngst sarkastisch als die „Ära der im Internet gepflegten anonymen Tapferkeit, die allgemein für höflichen Stil, scharfen Verstand und Mäßigung bekannt ist“. Im „Worldwideweb“ ist, wie der Name schon sagt, ein internationaler Bezug eigentlich unvermeidlich und rein nationale Sachverhalte sind kaum denkbar. Beleidigungen und negative Nachrichten oder Bewertungen können über das Netz an jedem beliebigen Ort auf der Welt eingesehen werden und dort ihre Wirkungen entfalten. Jeder internationale Bezug führt aber unvermeidlich dazu, dass in einem möglichen Rechtsstreit zunächst die Frage nach dem anwendbaren Recht beantwortet werden muss. Diese Frage ist auch keineswegs nur eine theoretische, sondern hat große praktische Bedeutung, weil der Schutz von Persönlichkeitsrechten und insbesondere das Verhältnis dieser Rechte zur Presse- und Meinungsfreiheit weder in Europa noch darüber hinaus bisher harmonisiert worden ist. So macht es, um nur ein Beispiel zu nennen, eben doch einen gewaltigen Unterschied, ob in England und nach englischem Recht oder in China oder Russland nach chinesischem oder russischem Recht über eine polemische Äußerung über einen wichtigen politischen Entscheidungsträger entschieden wird. Der Vortrag beschäftigt sich daher mit möglichen Anknüpfungen für das anwendbare Recht bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Internet und zeigt in diesem Bereich noch offene Rechtsfragen auf.