Moot Court im Strafrecht 2026

Auch 2026 nimmt der Bonner Fachbereich am bundesweiten Moot Court im Strafrecht teil, der am 14./15. Mai 2026 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf stattfinden wird.
Dabei treten Teams verschiedener rechtswissenschaftlicher Fakultäten aus ganz Deutschland in einer simulierten Gerichtsverhandlung gegeneinander an. Hierbei nehmen die Teams, bestehend aus vier Personen, die Rolle der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung ein und bereiten jeweils ein Abschlussplädoyer zu einem Sachverhalt mit aktuellen straf- und strafprozessrechtlichen Fragestellungen vor.
Das diesjährige Bonner Team besteht aus Nora Jael Kupferschmid, Denise Rostek, Maria Shamisdin und Samira Tajjiou und wird betreut von den beiden Coaches Jan Forsewicz und Emile Schermer.

Nora Jael Kupferschmid ist 22 Jahre alt und studiert derzeit im 3. Semester Rechtswissenschaften an der Universität Bonn. In ihrer Freizeit malt und liest sie gerne. Seit ihrer Erstkommunion ist sie Messdienerin in ihrer Heimatgemeinde und engagiert sich als Leiterin in der Betreuung und Schulung der jungen Messdienerinnen und Messdiener. Durch den Moot Court im Strafrecht erhofft sie sich spannende Einblicke in die praktische juristische Arbeit und den Ablauf einer Gerichtsverhandlung zu bekommen.

Denise Rostek ist 19 Jahre alt und studiert im dritten Semester Rechtswissenschaft an der Universität Bonn. Neben dem Studium schwimmt sie gerne, macht Ballett und hilft ehrenamtlich im Sprechstundenteam der Refugee Law Clinic Bonn. Das Strafrecht war für sie eine große Motivation das Studium zu beginnen, weshalb sie sich sehr über die Gelegenheit freut, sich vertieft und praxisnah mit der Materie zu beschäftigen. Vor allem im Rahmen des Moot Courts gemeinsam als Team den Sachverhalt zu erarbeiten, neue Kontakte zu knüpfen und sich erstmals in das Strafprozessrecht einzuarbeiten, stellt eine außergewöhnliche Gelegenheit dar.

Maria Shamisdin studiert derzeit im zweiten Semester Rechtswissenschaft an der Universität Bonn. Zuvor absolvierte sie eine Ausbildung zur Pflegefachkraft und sammelte anschließend wertvolle Berufserfahrung auf einer interdisziplinären Intensivstation, ergänzt durch die Teilnahme an zwei bundesweiten Pflegewettbewerben. Für das Jurastudium entschied sie sich bewusst, da sie die Verbindung von Recht und Ethik besonders interessiert. Neben dem Studium arbeitet sie weiterhin auf der Intensivstation und engagiert sich als Redaktionsmitglied im Bonner Rechtsjournal, um Einblicke in wissenschaftliches Arbeiten und in die Publikationswelt zu gewinnen. Durch die Teilnahme am Moot Court im Strafrecht freut sie sich, theoretische Inhalte frühzeitig praktisch anwenden und weitere Erfahrungen sammeln zu dürfen.

Samira Tajjiou ist 21 Jahre alt und studiert im dritten Semester Rechtswissenschaft an der Universität Bonn. Neben ihrem Studium ist sie als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Öffentliches Recht von Prof. Dr. Laura Münkler tätig. Im Rahmen des Moot Courts sieht sie der Möglichkeit mit besonderer Freude entgegen, gemeinsam mit ihrem Team Einblicke in den Ablauf eines Strafprozesses zu erhalten und wertvolle praxisnahe Erfahrungen zu sammeln.
Moot Court im Strafrecht 2025

von links nach rechts: Malte Machura, Valentin Rudloff, Jan Mühlberger, Emile Schermer, Ellen Hofmann (Coach)
Dritter Platz beim 6. bundesweiten Moot Court im Strafrecht




Das Team der Universität Bonn nahm erstmals am bundesweiten Moot Court im Strafrecht teil und erreichte auf Anhieb eine Platzierung unter den besten drei. Bei dem Wettbewerb handelt es sich um eine Verfahrenssimulation vor einer Strafrechtskammer des Landgerichts, bei der die Teams die Rollen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung einnehmen und jeweils ein Abschlussplädoyer sowie eine Replik und Duplik vorbereiten.
Der diesjährige Fall wies sowohl interessante Probleme aus dem Strafprozessrecht als auch aus dem materiellen Strafrecht auf. Insbesondere stellte sich die Frage, ob der Haftraum des Angeklagten bei der akustischen Überwachung mittels einer „Wanze“ eine Wohnung darstellt. In materieller Hinsicht kam es vor allem auf die genaue Auslegung der Brandstiftungsdelikte bei einem Brand im Keller eines Mehrfamilienhauses sowie auf die Feststellung des Tötungsvorsatzes an. Darüber hinaus stellte sich die Frage, ob die Mordmerkmale der Heimtücke und der gemeingefährlichen Mittel erfüllt sind.
Eine Besonderheit des Wettbewerbs besteht darin, dass es keine Schriftsatzphase gibt, sondern die Teams ausschließlich mündlich vortragen. Die Vorbereitung umfasste daher neben der Ausarbeitung der Plädoyers eine Reihe von Probe-Verhandlungen vor erfahrenen Staatsanwält:innen, Richter:innen, Strafverteidiger:innen und Professor:innen um ein möglichst umfangreiches Feedback zu erhalten. Das Team hatte zudem die Gelegenheit in drei „Friendly Rounds“ bereits vorab auf die Teams der Universitäten Düsseldorf, Köln und Münster zu treffen und gegen diese zu verhandeln.
Beim Wettbewerb am 1. und 2. Mai in Trier konnte das Team dann in der Vorrunde mit 13 Universitäten bei Verhandlungen gegen die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und die Universität Augsburg überzeugen und einen tollen ersten Platz erreichen. In der anschließenden K.O.-Runde mit acht Universitäten setzte sich die Bonner Verteidigung gegen die Staatsanwaltschaft der Humboldt-Universität zu Berlin durch und sicherte sich so einen Platz unter den Top 4. Zudem wurde unser Verteidiger Emile Schermer in Trier als einer von zwei Teilnehmern als „Best Speaker“ ausgezeichnet.
Die Endrunde mit den vier besten Universitäten fand dieses Jahr anlässlich des 75. Jubiläums des Bundesgerichtshofs und des Generalbundesanwalts in Leipzig statt. Da es kein Halbfinale gab, wurde anhand der erreichten Punkte in der K.O.-Runde ermittelt, wer in Leipzig um den ersten Platz (großes Finale) und wer um den dritten Platz (kleines Finale) antritt. Die Bonner Staatsanwaltschaft setzte sich beim kleinen Finale am 16. Mai 2025 im großen Sitzungssaal des BVerwG vor einer hochkarätigen Jury besetzt mit vier Richter:innen des 5. und 6. Strafsenats des BGH und einem Oberstaatsanwalt beim BGH gegen die Verteidigung der Universität Münster durch und erreichte den dritten Platz.
Wir gratulieren dem Team der Universität Augsburg zum zweiten Platz und insbesondere demjenigen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum ersten Platz. Die Universität Bonn freut sich bereits auf den nächsten Wettbewerb, der dann in Düsseldorf stattfinden wird.
Das Bonner Team bedankt sich herzlich bei seinen Unterstützer:innen – insbesondere bei allen Proberichter:innen, die sich die Zeit genommen haben, die Plädoyers anzuhören und wertvolle Tipps zu geben. Darüber hinaus danken wir Herrn Prof. Dr. El-Ghazi und seinem Team von der Universität Trier sowie allen Beteiligten des Bundesgerichtshofs und des Generalbundesanwalts für die herausragende Organisation des Wettbewerbs.


Nähere Informationen zum Moot Court im Strafrecht

Malte Machura ist 21 Jahre alt und studiert im dritten Semester Rechtswissenschaften an der Universität Bonn. In seiner Freizeit spielt er Basketball, geht laufen und fährt Rennrad. Im Rahmen des Moot Courts freut er sich besonders auf die Möglichkeit, praxisnahe Erfahrungen zu sammeln und neue Kontakte zu knüpfen.

Jan Mühlberger ist 23 Jahre alt und studiert derzeit Rechtswissenschaften im dritten Semester. Nach seinem dualen Bachelorabschluss hat er bewusst nach einer neuen Herausforderung gesucht – und diese im Studium der Rechtswissenschaften gefunden. Gelegentlich vermisst er die praktische Anwendung des Gelernten, weshalb er sich umso mehr auf Möglichkeiten wie den Moot Court freut. Gemeinsam im Team juristische Sachverhalte zu analysieren und zu lösen, stellt für ihn nicht nur eine wertvolle Lernerfahrung dar, sondern auch eine großartige Chance, seine Leidenschaft für das Recht praxisnah einzubringen.

Valentin Rudloff ist 19 Jahre alt und studiert im dritten Semester Rechtswissenschaften. Neben dem Studium ist er als Werkstudent bei Rewe tätig. Im Rahmen des Moot Courts im Strafrecht freut er sich insbesondere darauf, Einblicke in den Ablauf eines Strafprozesses zu erhalten und diesen als Team zu bestreiten.

Emile Schermer ist 20 Jahre alt und studiert im vierten Semester Rechtswissenschaft an der Universität Bonn. Neben dem Studium arbeitet er als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Öffentliches Recht von Prof. Dr. Foroud Shirvani. Erste Erfahrungen konnte er durch ein Praktikum bei der Staatsanwaltschaft Köln sammeln. Durch die Teilnahme am bundesweiten Moot Court für Strafrecht möchte er sein Interesse für Strafprozesse vertiefen und gerne neue wertvolle Kontakte zu knüpfen.