Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation

SoSe 2026 Seminar Pandektenlektüre (ab 5. Semester)

Vorbesprechung: Mi., 7.1.2026, 15.30 Uhr (Bibliothek des Instituts für RR)

Leitung: Professor Dr. Martin Schermaier
Termin: Mittwochs, 18-20 Uhr (Termin kann noch geändert werden), Seminarraum des Instituts für Römisches Recht
Beschreibung: Seit dem 11. Jahrhundert werden die europäischen Juristen an den Digesten Justinians (533 n.Chr.) ausgebildet. Dieses Textkorpus, das uns viele tausend Fragmente klassischer Juristenschriften (1. Jahrh. v. – 3. Jahrh. n. Chr.) überliefert, gilt noch heute und in aller Welt als Muster einer liberalen und säkularen Privatrechtsordnung. Die Lektüre der teilweise komplexen Schriften schult nicht nur das Judiz angehender Juristen und wie man sich unbekannte juristische Texte erschließt, sondern auch die methodische und dogmatische Arbeit an den Prinzipien des römischen wie des modernen Privatrechts. 
In dem Seminar lesen wir einen Titel der Digesten „am Stück“, also so, wie das auch im mittelalterlichen und neuzeitlichen Schulbetrieb üblich war. Im SoSe 2026 lesen wir D. 15,1 (De peculio); darin geht es um die Haftung des Hausvaters für Schulden seiner Gewaltunterworfenen. Es geht im weiteren Sinn um Familienrecht und Vermögensrecht. 
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme sind Grundkenntnisse des Lateinischen und Interesse an rechtlichen und sozialhistorischen Fragestellungen. Im Rahmen der Veranstaltung kann ein Seminarschein erworben werden (je nach Themenstellung: SPB I, III, VIII; eventuell und nach Absprache mit dem jeweiligen Sprecher auch andere zivilrechtliche SPB).
Beginn der Veranstaltung: 15.4.2026
Vorbesprechung: Mi., 7.1.2026, 15.30 Uhr (Bibliothek des Instituts für RR)

 

SoSe 2026 Proseminar "Digestenexegese"

Vorbesprechung: Mittwoch, 7.1.2026, 15 Uhr (Bibliothek des Instituts für Römisches Recht)

Die Digesten (oder: Pandekten) sind der umfangreichste und für die europäische Rechtsentwicklung wichtigste Teil des Corpus Iuris Civilis, das (so genannt erst seit ca. 1500) vom oströmischen Kaiser Justinian um 530 n.Chr. als Gesetz erlassen wurde. Die Digesten enthalten viele tausend Fragmente aus klassischen (d.h. in der Zeit der römischen Klassik, 50 v.Chr. – 250 n. Chr. entstandenen) Juristenschriften. Sie behandeln Rechtsfälle und Rechtfragen des bürgerlichen Rechts, wie sie ähnlich auch heute gestellt und beantwortet werden.
In der Exegese („Erklärung“) von Digestentexten lernt man die Bedeutung fremder juristischer Texte zu erschließen. Weil die Ausdrucksform der römischen Juristen kurz und äußerst prägnant ist, schult man durch Lektüre und Diskussion solcher Texte auch die Kunst juristischer Formulierung. Schließlich zeigen die Texte der römischen Juristen, wie man nicht durch Deduktion aus Obersätzen, sondern durch Abwägen von Argumenten zu einer gerechten Lösung kommt. Bis zum Inkrafttreten der nationalen Gesetzbücher wurden die Juristen in ganz Europa an diesen Texten ausgebildet; es ist daher keine Überraschung, dass das römische Fallrecht bis heute unser juristisches Denken prägt.
Im Rahmen der Digestenexegese kann ein Proseminar-Schein erworben werden. Außerdem kann der Schein für das „Zertifikat im römischen Recht“ angerechnet werden.

Dafür ist ein ausgewählter Digestentext in der Seminargruppe vorzustellen (Vortrag, etwa 20 Min.) und anschließend eine schriftliche Exegese als Proseminararbeit anzufertigen (Exegese = Erklärung; es muss also ein Text interpretiert werden).

Als Vorbereitung darauf wird im Rahmen des PS umfassend in die Methode der Exegese eingeführt, was Hinweise auf Fachliteratur und andere Hilfsmittel einschließt. Lateinkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich, weil mit Übersetzungen gearbeitet werden kann. Ebenfalls hilfreich ist die Teilnahme an einer römischrechtlichen Vorlesung („Römische Rechtsgeschichte“ oder „Römisches Recht – Institutionen“).

Organisation: In den ersten Sitzungen wird anhand ausgewählter Texte gezeigt, wie man einen römischen Rechtstext exegiert. Anfang Mai wählt jede/r Teilnehmer/in einen Text aus einer Liste vorgeschlagener Texte. Ab Anfang Juni werden die Vorträge gehalten, bis Ende September 2026 sind die (schriftlichen) PS-Arbeiten abzugeben.
Teilnehmer: 15 Personen
Beginn der Veranstaltung: voraussichtlich Mo, 13.4.2026, 16 Uhr (Bibliothek des Instituts für Römisches Recht; Termin kann noch geändert werden)
Vorbesprechung: Mi, 7.1.2026, 15 Uhr (Bibliothek des Instituts für Römisches Recht)

 

Sprechstunde Prof. Schermaier im WiSe 2025/2026

Die Sprechstunde findet dienstags, 15-16 Uhr statt.
Anmeldung: sekretariat.schermaier@jura.uni-bonn.de

Bibliotheksöffnungszeiten

Bitte beachten Sie aktuelle Abweichungen

Zertifikat im Römischen Recht

Am Institut kann das "Zertifikat im Römischen Recht" erworben werden. Interessenten können sich hier darüber informieren.