Universität Bonn

Fachbereich Rechtswissenschaft

21. Februar 2025

Jahrestagung 2025 ZMDT Jahrestagung 2025

Am 21.02.2025 lud das ZMDT zur 2. Jahrestagung in das Bonner Universitätsforum ein. Unter der Moderation von Guido Gehrt diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Recht, Medizin und Politik zentrale Fragen rund um den Umgang mit Gesundheitsdaten, Künstliche Intelligenz und Forschungsethik. 

Eröffnung der ZMDT Jahrestagung 2025
Eröffnung der ZMDT Jahrestagung 2025 © Rolf Müller/UKB
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.
Bitte füllen Sie dieses Feld mit dem im Platzhalter angegebenen Beispielformat aus.
Die Telefonnummer wird gemäß der DSGVO verarbeitet.

Eröffnung und Grußworte 

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Ilona Grunwald Kadow, Prorektorin der Universität Bonn, hob Prof. Dr. Martin Böse, Dekan der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn, in seinem Grußwort die besondere Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit für die Weiterentwicklung des Rechtsrahmens hervor.

Prof. Dr. Ilona Grunwald Kadow
Prof. Dr. Ilona Grunwald Kadow, Prorektorin der Universität Bonn © UKB
Prof. Dr. Martin Böse
Prof. Dr. Martin Böse, Dekan der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät © UKB

Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider
Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider © UKB

Keynote

Die Keynote hielt Prof. Dr. iur. Louisa Specht-Riemenschneider, Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Sie beleuchtete die Herausforderungen des Datenschutzes in einer zunehmend digitalisierten und datengetriebenen Medizin.

Im Anschluss stellte Prof. Dr. Joachim L. Schultze, Direktor für Systemmedizin am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), das Konzept des „Data Visiting“ als Al- ternative zum klassischen Data Sharing vor. Statt Daten aufwendig zwischen Institutionen zu transferieren, sollen Forschende künftig direkt auf Datenbestände zugreifen können – ein An- satz, der rechtliche wie technische Vorteile bieten könnte.

Prof. Dr. Dr. h.c. Christiane Wendehorst, LL.M. (Cantab.), Universität Wien, gab einen Einblick in den von ihr erarbeiteten Entwurf zu einer KI-DSGVO, die europaweit den Einsatz von Künst- licher Intelligenz regeln soll. Danach hinterfragte Prof. Dr. Dirk Lanzerath, Leiter des Referenz- zentrums für Ethik in den Biowissenschaften an der Universität Bonn, die Rolle der For- schungsethik in der Gesetzgebung und plädierte für eine stärkere institutionelle Verankerung ethischer Reflexion.

Medizinische Anwendungen und Dateninfrastrukturen

Vor der Mittagspause stellte Prof. Dr. med. Ass. iur. Alexander Radbruch, Direktor des ZMDT, neueste Entwicklungen der KI in der Medizin vor. Er betonte die zentrale Rolle von Patientendaten für die Weiterentwicklung bildgebender Verfahren und personalisierter Therapien, gleichzeitig aber auch die Notwendigkeit, Datenschutz und Patientensouveränität zu wahren.

Am Nachmittag rückten praxisnahe Fragen der Dateninfrastruktur in den Vordergrund: Brenya Adjei, Geschäftsführerin der gematik, erläuterte den Stand der elektronischen Patientenakte und deren Potenzial für Forschung und Versorgung. Anschließend forderte Prof. Dr. Kerstin Schneider, Mitglied des Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) von der Universität Wuppertal, ein konsequentes Aufbrechen von Datensilos, da eine qualitativ hochwertige Forschung nur mit umfassend zugänglichen Daten möglich sei. Dr. Philipp Kircher, Rechtsanwalt bei GNP Rechtsanwälte (Geiger Nitz Partner mbB), rundete die Fachvorträge mit einer Analyse des European Health Data Space (EHDS) ab, der europa- weite Standards für die Nutzung von Gesundheitsdaten schaffen soll.


Diskussion und Abschluss

Die abschließende Diskussionsrunde bot Raum für einen offenen Austausch zwischen Referierenden und Teilnehmenden. Dabei wurden Chancen und Risiken der Digitalisierung, die Balance zwischen Datenschutz und Forschungsfreiheit sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit intensiv debattiert.

Mit den Schlussworten von Prof. Dr. med. Ass. iur. Alexander Radbruch und Prof. Dr. Philipp Vollmuth endete die Tagung.

Direktorium und Geschäftsführung
v.l.n.r. PD Dr. Theodor Rüber, Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider, Prof. Dr. Alexander Radbruch, Sahar Mell © UKB

Die ZMDT Jahrestagung 2026 findet am 04.09.2026 statt. 

Weitere Informationen dazu finden Sie gerne hier. 

Wird geladen