Forschung

Sie finden hier eine Übersicht der aktuellen Forschungsvorhaben sowie der bereits abgeschlossenen Projekte.

Aktuelle Projekte

Ethische, rechtliche und soziale Aspekte der modernen psychiatrischen Neurochirurgie

Das Ziel des Verbundprojekts besteht in der umfassenden Untersuchung ethischer, rechtlicher und gesellschaftlicher Fragen des gesamten Gebiets der zeitgenössischen psychiatrischen Neurochirurgie (PNS) mit empirischen und normativen Methoden. Dieses Gebiet umfasst nicht nur die Tiefe Hirnstimulation (THS), die bereits intensiv von Ethikern und Rechtswissenschaftlern untersucht worden ist, sondern auch ablative neurochirurgische Methoden (Mikrochirurgie und Radiochirurgie). In dem Vorhaben werden wir diese sowie die psychiatrische THS vergleichend untersuchen. Wir betrachten auch aufkommende Methoden, die darauf abzielen, bestimmte Gehirnfunktionen situationsspezifisch automatisch zu steuern (z.B. Optogenetics, Closed-Loop-DBS). Insbesondere werden wir mögliche Anwendungen der psychiatrischen Neurochirurgie, speziell von vollautomatischen Implantaten zur Verhaltenskontrolle für forensische Kontexte untersuchen, z.B. zur Behandlung pädophiler oder psychopathischer Straftäter.

  1. Teilprojekt: Ethik (Berlin, Leitung: Sabine Müller)
    Das Ziel besteht darin, die ethischen Implikationen der gesamten zeitgenössischen psychiatrischen Neurochirurgie zu analysieren sowie das gesamte Verbundvorhaben zu koordinieren. Insbesondere sollen neben der Tiefen Hirnstimulation (THS) auch ablative neurochirurgische Methoden (Mikrochirurgie und Radiochirurgie), die bisher kaum ethisch untersucht worden sind, ethisch bewertet werden.

  2. Teilprojekt: Recht (Bonn, Leitung: Tade Spranger)
    Das Hauptziel besteht in der Analyse der Gesetzgebung inklusive der internationalen Gesetzgebung sowie von Leitlinien zur psychiatrischen Neurochirurgie.

  3. Teilprojekt: Sozialwissenschaften (Vancouver, Kanada, Leitung: Judy Illes)
    Das Ziel dieses Projekts ist die Analyse der Berichterstattung über PNS in internationalen Medien, da internationale Medienberichte eine kritische Rolle für die öffentliche Akzeptanz neuer Technologien spielen und indirekt Einfluss auf die diesbezügliche Gesetzgebung ausüben. Des Weiteren werden Fokusgruppen gebildet, um die Einstellung von Bürgern der am Konsortium beteiligten Länder zu untersuchen.

  4. Teilprojekt: Ablative Neurochirurgie (Madrid, Spanien; Leitung: Roberto Martínez-Álvarez)
    In diesem Teilprojekt werden die Entscheidungsfindung von Patienten, deren Erfahrungen und die Erfahrungen ihrer Angehörigen mit der gewählten Behandlung, die Lebensqualität und die kognitiven Funktionen von Patienten nach ablativer Neurochirurgie untersucht. Dabei wird insbesondere auf mögliche Persönlichkeitsveränderungen und soziale Anpassungsprozesse fokussiert.

  5. Teilprojekt: Tiefe Hirnstimulation (Leuven, Belgien; Leitung: Loes Gabriels und Chris Bervoets)
    Hier werden analog zum 4. Teilprojekt dieselben Fragen an THS-Patienten sowie an einigen mit ablativer Neurochirurgie behandelten Patienten untersucht. Außerdem wird die Einstellung von Psychiatern und Neurochirurgen in Flandern zur THS untersucht.

Ein wichtiges Ziel des gesamten Verbundprojekts besteht darin, gemeinsame Empfehlungen für eine verantwortliche Entwicklung der psychiatrischen Neurochirurgie auszuarbeiten, zu publizieren und den einschlägigen Fachgesellschaften sowie Ethikkommissionen zukommen lassen.

Förderung der Teilprojekte 1 und 2 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Abgeschlossene Projekte

  • NeuroSCAN: Ethical and Legal Aspects of Norms in Neuroimaging
    Projektkoordinator: Prof. Dr. Henrik Walter, Charité Berlin
    Teilprojektleiter: Prof. Dr. Dr. Tade M. Spranger
    Gefördert durch das BMBF (2008-2011)
  • Mediale Bildwelten und Neurowissenschaften
    Projektleiter: Prof. Dr. Dr. Tade M. Spranger
    Gefördert durch das BMBF (2012-2014)
  • Der pietätvolle Umgang mit dem menschlichen Leichnam im Kontext von Bestattung und Beisetzung im Schnittfeld von Ethik und Recht
    Projektleiter: Prof. Dr. Dr. Tade M. Spranger
    Gefördert durch die DFG (2012-2013)
  • Mediale Bildwelten und Neurowissenschaften 2.0
    Projektleiter: Prof. Dr. Dr. Tade M. Spranger
    Gefördert durch das BMBF (2015-2016)